Tradition, die man schmeckt: Bürgermeister Andreas Heck beim Betriebsbesuch vom „Sunnebeck“ Bäckerei Rudolf
Wenn in der Dunkelheit um 23:30 Uhr das Licht in der Backstube der Bäckerei Rudolf angeht, dann ist das weit mehr als nur der Beginn eines Arbeitstages. Es ist die Fortführung einer Geschichte, die im 19. Jahrhundert begann. Bürgermeister Andreas Heck besuchte am 02.03.2026 den Betrieb, um sich ein Bild von der letzten verbliebenen Bäckerei in ganz Hohberg zu machen, die noch selbst vor Ort backt.
Vom „Sonne“-Fenster zur Institution
Gemeinsam mit Anita und Günter Rudolf blickte der Bürgermeister auf die Anfänge zurück. Damals verkaufte Josef Gallus sein Brot noch durch ein kleines Fenster der Gastwirtschaft „Sonne“ an die Bewohner Niederschopfheims. Sein Spitzname „Sunnebeck“ blieb über Generationen als Ehrentitel bestehen. 1872 machte er sich schräg gegenüber selbstständig – der Grundstein für den Familienbetrieb, der heute in der 5. Generation angekommen ist.
„Es ist bewundernswert, mit wie viel Herzblut die Familie Rudolf dieses Erbe bewahrt“, betonte Heck. Günter Rudolf, der heutige Inhaber und seine Frau Anita, Tochter von Klaus Franz (4. Sunnebeck), sind daher auch stolz darauf, dass ihre Bäckerei die Stellung hält, während viele andere Handwerksbetriebe aus vielerlei Gründen aufgeben mussten.
Herausforderungen und Herzblut
Die Geschichte des Hauses ist nicht nur von Erfolg, sondern auch von großer Beständigkeit geprägt. Ob die Schließung während des Zweiten Weltkriegs, die Modernisierungen durch Klaus Franz in den 60er-Jahren oder die Neuausrichtung im Jahr 2004: Die Familie fand immer einen Weg.
Besonders der Mut zur Veränderung beeindruckte den Bürgermeister. Als man sich 2004 von den EDEKA-Lebensmitteln trennte, um sich wieder ganz auf das Bäckerhandwerk zu konzentrieren, entstand das heutige Steh-Café.
Ein Arbeitstag gegen die Uhr
Der Bürgermeister Andreas Heck staunte nicht schlecht über den straffen Zeitplan, den das Ehepaar Rudolf fast im Alleingang bewältigt. Während Günter Rudolf die ganze Nacht in der Backstube steht – erst werden die Brote gebacken, dann die Wecken und ganz zum Schluss die frischen Brezeln –, beginnt der Verkauf im Laden bereits um 06:30 Uhr. Nach einer kurzen Pause am Vormittag geht es für den Bäcker von 13:00 bis 16:00 Uhr bereits wieder in die Vorbereitung für die nächste Nacht.
Bürgermeister als „Bäcker-Lehrling“


Ein reiner Familienbetrieb
Heute wird der „Sunnebeck“ als echtes Teamprojekt geführt:
Günter Rudolf verantwortet die gesamte Produktion. Anita Rudolf führt den Laden und das beliebte Steh-Café, das zum sozialen Zentrum des Dorfes geworden ist.
Tochter Diana unterstützt die Beiden an den Wochenenden nachts tatkräftig bei der Koordination der Vorbestellungen und auch Mutter Karin kommt täglich zum „Ladenputzen“.
Besonders am Samstag zeigt sich die Anpassungsfähigkeit des Betriebs: Um den Ansturm zu bewältigen, ist von 07:00 bis 10:00 Uhr die Abholung von Vorbestellungen möglich – ein Modell, das im Dorf sehr gut angenommen wird.
Ein Ankerpunkt für Hohberg
Zum Abschluss des Besuchs unterstrich Bürgermeister Heck die Bedeutung solcher Betriebe für das Gemeindeleben. Der „Sunnebeck“ sei nicht nur ein Nahversorger, sondern ein Stück lebendige Identität. „Hier wird Tradition nicht nur verwaltet, sondern jede Nacht aufs Neue hart erarbeitet“, so Heck. In einer Zeit der industriellen Backwaren sei das Handwerk der Familie Rudolf ein kostbares Gut für ganz Hohberg.
Hintergrund zu den Betriebsbesuchen
Um den Kontakt zu hiesigen Unternehmen zu intensivieren und sich mit diesen auszutauschen, besucht Bürgermeister Andreas Heck ab diesem Jahr regelmäßig Betriebe aus Hohberg.
In Hohberg ansässige Betriebe, die Interesse an einem Betriebsbesuch durch den Bürgermeister haben, können sich gerne bei der Gemeindeverwaltung melden: Per Mail an: rathaus@hohberg oder telefonisch unter 07808 – 8812.
März 2026











